Verleihung des Carl-von-Ossietzky-Preises für Zeitgeschichte und Politik


Preisträger Ahmad Mansour und Oberbürgermeister Jürgen Krogmann. Foto: Markus Hibbeler

Foto: Markus Hibbeler

Oldenburg und Carl von Ossietzky – das ist seit Jahrzehnten eine politisch sehr interessante Verbindung. Der Friedensnobelpreisträger ist nicht nur Namensgeber unserer Universität, wir verleihen auch alle zwei Jahre den nach ihm benannten Preis für Politik und Zeitgeschichte. Und selten hat die Zeitgeschichte uns mehr berührt und aufgewühlt als momentan.

Zwischen dem friedlichen Leben in Oldenburg und den kriegerischen Auseinandersetzungen etwa in Syrien und im Nahen Osten ist kaum ein größerer Kontrast denkbar. Und dennoch: Die Auswirkungen haben auch uns erreicht, sei es durch Terroranschläge in Europa oder durch die zahlreichen Flüchtlinge, die zu uns gekommen sind. Über diese Themen kann unser Preisträger sehr authentisch berichten: der Psychologe und Islamexperte Ahmad Mansour.

Mansour erhält den Preis „aufgrund seines außerordentlichen Einsatzes für Demokratie, Toleranz und Integration. Mit seiner beispielhaften Präventions- und Aufklärungsarbeit setzt er sich eindrucksvoll für ein demokratisches, gewaltfreies und friedliches, dem Grundgesetz und den Menschenrechten verpflichtetes Zusammenleben ein“, so die Jury. Er ist in Palästina geboren und wurde fast selbst zu einem radikalen Islamisten. Er lebt inzwischen in Deutschland und setzt sich in verschiedenen Projekten dafür ein, die Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu fördern und eine Radikalisierung Jugendlicher zu verhindern.

Wir haben mit Ahmad Mansour ein zweitägiges Programm zusammengestellt; dazu gehört neben der Preisverleihung auch ein Gespräch mit Schülerinnen und Schülern im PFL und ein öffentliches Podiumsgespräch am Mittwoch, 4. Mai 2016, mit dem Oldenburger Journalisten Holger Ahäuser. In dem Podiumsgespräch wird es um die Ursachen von Islamismus, Prävention und Strategien zur Deradikalisierung gehen. Grundlage ist Mansours viel diskutiertes Buch „Generation Allah – Warum wir im Kampf gegen religiösen Extremismus umdenken müssen“. Im Anschluss an das Gespräch ist auch das Publikum eingeladen, Fragen zu stellen. Die Veranstaltung findet um 19 Uhr im Kulturzentrum PFL, Peterstraße 3, statt.

Der Carl-von-Ossietzky-Preis wird seit 1984 verleihen, ich habe ihn als Student, als Pressesprecher der Stadt Oldenburg und als Mitglied des Landtages bereits seit vielen Jahren immer intensiv verfolgt. Deshalb ist es für mich eine besondere Ehre, diesen Preis jetzt erstmals als Oberbürgermeister zu verleihen.