Holocaustforscherin Deborah E. Lipstadt erhält Carl von Ossietzky-Preis 2018


Deborah E. Lipstadt. Foto: Emory Photo/Video

Deborah E. Lipstadt. Foto: Emory Photo/Video

Der Carl von Ossietzky-Preis 2018 für Politik und Zeitgeschichte der Stadt Oldenburg geht an die Amerikanerin Deborah E. Lipstadt, eine der international bedeutendsten Holocaustforscherinnen.

Lipstadt setzt sich bis heute vehement gegen jede Form von Antisemitismus ein und forscht seit den 1980er Jahren zur Geschichte der Holocaustleugnung. International bekannt wurde sie durch ihr Buch „Denying the Holocaust“ von 1993, insbesondere nachdem der Holocaust-Leugner David Irving sie und ihren britischen Verlag auf Verleumdung verklagte – in einem viel beachteten Rechtsstreit, den Lipstadt und ihr Verlag Penguin Books gewannen (und der unter dem Titel „Denial“ (dts. „Verleugnung“) 2016 verfilmt wurde).

Lipstadt ist bereits seit 1993 Dorot Professorin für Moderne Jüdische Geschichte und Holocaust-Studien an der Emory University in Atlanta, wo sie auch heute noch lehrt. Sie hatte verschiedenste Gastprofessuren inner- und außerhalb der USA inne und ist mehrfach für ihre Arbeit und Forschung ausgezeichnet worden. Die 70-Jährige ist bis heute auch in den sozialen Medien wie Facebook und Twitter aktiv, wo sie antisemitische, rassistische, sexistische und rechtspopulistische Haltungen und Strategien analysiert und auf neuere Formen des Antisemitismus aufmerksam macht.

Ich kann mich der unabhängigen Jury nur anschließen, die Lipstadt „aufgrund ihres konsequenten und unerschrockenen Einsatzes für die historische Wahrheit und die Menschenwürde“ auszeichnet. Lipstadts fortgesetztes Auftreten gegen öffentlich verbreitete Lügen und Unwahrheiten sei ein ermutigendes Beispiel von Zivilcourage. Ihre Arbeit wird getragen von dem tiefen Bewusstsein der gesellschaftlichen und politischen Verantwortung jedes einzelnen Menschen. Dies hat nicht nur die unabhängige Jury, sondern auch mich stark beeindruckt.

Der Festakt zur Verleihung des mit 10.000 Euro dotierten Preises wird am 4. Mai, dem Todestag Carl von Ossietzkys, in Oldenburg stattfinden. Weitere Informationen gibt es online unter » www.ossietzky-preis.de.